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16.08.2018 – Rechtsnews: BMJV-Pläne für günstigeres Eigentum – Sollte das Bestellerprinzip auch für den Hauskauf gelten?

Wer eine Wohnung mieten möchte, muss den Makler nur dann bezahlen, wenn er ihn dazu beauftragt hat einen passenden Wohnraum zu finden. Hat hingegen der Vermieter selber sich an einen Makler gewandt, so hat er auch die Provision des Maklers zu bezahlen. Es gilt das sogenannte Bestellerprinzip.

Da die Mietpreise in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind, wird bei vielen die Überlegung groß nicht in ein Mietobjekt zu ziehen, sondern direkt ins Eigenheim zu finanzieren. Der Kauf von Ei-genheim ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ähnlich wie die Preise von Mietraum sind auch die Preise Kaufobjekte deutlich angestiegen. Allein mit der vollständigen Kaufpreiszahlung ist es jedoch nicht getan. Beim Kauf sind neben der Kaufpreiszahlung noch die Kosten für die Maklerprovision, die Grunderwerbssteuer, die Notarkosten und die Eintragung ins Grundbuch zu berücksichtigen, die nicht selten eine Höhe von ca. 15 % des Kaufpreises ausmachen.

Aus diesem Grund ist die Überlegung groß geworden, ob das Bestellerprinzip nicht auch auf den Hauskauf angewendet werden soll, um die Käufer preislich zu entlasten.
Problematisch ist allerdings, ob Verkäufer sich indirekt die Maklerprovision nicht zurückholen, indem sie um diesen Betrag den Kaufpreis erhöhen.
Um ähnlich wie bei der Einführung des Bestellerprinzips in Bezug auf Wohnraum die Mieter, bzw. hier die Käufer, spürbar zu entlasten, muss die Anwendung des Bestellerprinzip auf den Kauf von Eigenheim überdacht werden, um gerade dem oben genannten Problem aus dem Weg zu gehen und eine tatsächliche Entlastung erreichen zu können.
Schlagen die Verkäufer die Maklerprovision indirekt auf den Kaufpreis auf, erhöht sich gleichzeitig auch die Grunderwerbssteuer, sodass die Käufer im Endeffekt stärker belastet werden würden als zuvor.

Ein Gegenvorschlag, der aktuell in Rede steht ist eine Reform der Grunderwerbssteuer. Genauere Problemlösungen gibt es jedoch nicht. Daher bleibt aktuell nur abzuwarten, wie es sich in diesem Bereich weiter entwickeln wird.

 

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