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04.07.2018 – Rechtnews: Befristung im Profifußball (BAG, Urteil vom 16.01.2018 – 7 AZR 312/16)

Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz, dass Arbeitsverträge unbefristet abgeschlossen werden. Nur ausnahmsweise werden Arbeitsverhältnisse befristet. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass die Arbeitnehmer ihre Tätigkeit solange ausüben werden, bis sie in das Rentenalter eintreten. Demzufolge soll der Arbeitsvertrag eine dauerhafte Existenzgrundlage für den jeweiligen Arbeitnehmer bilden.

Anders ist dies im Profifußball. Die Arbeitsverträge zwischen Fußballverein und Profispieler werden oft auf kurze Dauer befristet abgeschlossen, mit einer eventuellen Möglichkeit den Vertrag nach Ablauf der vorher bestimmten Zeit zu verlängern.

Die Frage ist allerdings, ob eine solche Befristung zulässig ist. Im Fall, der dem BAG vorlag, ging es sogar um die Frage, ob es zulässig ist die Verlängerungsoption unter die Bedingung zu stellen, dass der jeweilige Spieler eine entsprechende Anzahl an Spielen in der Saison absolviert hat. Insbesondere wenn der Profispieler aufgrund der Trainerentscheidung nicht eingesetzt wurde und so die erforderliche Spielzahl nicht erreichen konnte.

Hierzu hat das BAG ausgeführt, dass grundsätzlich befristete Arbeitsverträge im Profifußball zulässig sind. Der Grundgedanke, dass Arbeitnehmer ihrer Tätigkeit bis zum Eintritt des Rentenalters nachkommen, greift hier nicht. Aufgrund der Eigenart der Arbeitsleistung ist es den Spielern schon gar nicht möglich bis zum Rentenalter körperlich sportliche Höchstleistungen zu leisten. Von vornherein ist die Zeit für Profifußballer aufgrund der körperlichen Spitzenleistung beschränkt.

Des weitern haben die Profifußballspieler ein eigenes Interesse an dem Erfolg ihrer Mannschaft, da hiervon die Höhe ihrer Vergütung abhängt. Der Erfolg einer Mannschaft impliziert allerdings, dass der Trainer darüber entscheiden kann, wer von den zur Verfügung stehenden Spielern tatsächlich eingesetzt wird, sodass immer die leistungsstärksten Spieler auf dem Platz stehen.
Aufgrund dessen hat der einzelne Spieler keinen Anspruch darauf, dass er für eine bestimmte Anzahl an Pflichtspielen in der jeweiligen Saison eingesetzt wird.
Durch die jeweilige Entscheidung des Trainers bestimmte Spieler nicht bei Pflichtspielen einzusetzen, wird auch die Verlängerungsoption, die unter der Bedingung steht bei einer gewissen Anzahl von Pflichtspielen zum Einsatz gekommen zu sein, nicht treuwidrig vereitelt, soweit die Entscheidung auf sportlichen Gründen beruht.

Folglich sind nicht nur befristete Arbeitsverträge aufgrund der Eigenart der Arbeitsleistung im Profifußballbereich allgemein zulässig, sondern auf Verlängerungsoptionen, die an gewisse Bedingungen geknüpft sind.

 

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